Samstag, 28. Mai 2011

Fragen

für Fragen zum Thema dankbar!

Solidaritätskundgebung für Barcelona

Hui die Medien sind ein wenig aufgewacht und wankeln noch Schlaftrunken durch die Vorgänge in Spanien und berichten lallend darüber, im Hintergrund oft falsch und platt, aber wenigstens und warum das ganze? Weils Gewalt gab! Komisch das ganze.

Möchte die bitte raussenden, an alle die über diesen Blog stolpern, ein kurzes Mail an die Zeitung ihres Vertrauens zu richten um eine stärkere Berichterstattung über die spanische Bewegung zu erbieten.

So zum Thema des Posts. Gestern passierte ja unglaubliches in Barcelona (die Videos sind wahrscheinlich bekannt , falls nicht bitte kommentieren und ich poste eine Sammlung von diesen). Unglaubliches Vorgehen der Polizei gegen die Demonstranten weil man den Platz "reinigen" wollte.

In Reaktion auf dieses kam es in ganz spanien zu solidaritätskundgebungen. In Valencia waren etwa 8 bist 10000 die sich mit Barcelona solidarisierten. Da ein Bild mehr sagt als 1000 und ein video aus vielen Bildern besteht gibts hier eines zu dieser Demonstration (mit englischen Untertiteln):

Donnerstag, 26. Mai 2011

Was passiert am Platz des 15. Mai

Es scheint auf diesem Platz alles abgedeckt zu werden. Neben den verschiedenen Kommissionen, die die orgnisatiorische Wirbelsaeule dieser Bewegung darstellen und die staendig am Arbeiten sind gibt es ein Rahmenprogramm, das waechst und waechst.

Von Guitarrestunden, ueber Yoga, Spanischkurse fuer Immigranten, erste Vorlesungen von Professoren der Universitaeten bishin zu Schachturnieren kann man alles finden. Da in Spanien die grosse Pruefungszeit voransteht wurde auch eine eigener Lernraum eingerichtet.

Auch scheint jetzt mehr Wert auf die Verbreiterung der Bewegung gesetzt zu werden. Es wurden erstmals Grossplakate an Bruecken angebracht.

Es waechst

Gestern durfte ich an einer der Versammlungen teilnehmen, die in den letzten beiden Tagen in vielen Bezirken und Vororten von Valencia stattfanden. Ich war an der Universidad Politecnica dabei und hoerte zusammen mit etwa 70 bis 100 anderen Teilnehmern verschiedenen Meinungen zu den Vorgaengen, erste Ansaetze sich zu organisieren und Beschluesse fuer die naechsten Yreffen.

Die gruppendynamischen Prozesse sind dabei unglaublich. Auch die Disziplin der Teilnehmer, das Rederecht des anderen zu akzeptieren, ist beachtlich, und wenn einmal unterbrochen wird, wird sofort darauf hingewiesen, dass man seinen Turnus abwarten soll. Natuerlich sind die Prozesse langsam. Speziell bei diesem ersten Treffen an der Uni war dies der Fall, da man sich selbst nicht klar war, ob man sich traf um sich zu organisieren oder zu debatieren. Manch eine Meinung machte auch Druck, schneller voran zu gehen. Doch dies Argument wurde umgehenst von einem Teilnehmer aufgegriffen, der selbst stark am Platz des 15. Mais involviert ist. Er meinte, dass Dinge ihre Zeit brauchen, und man habe keinen Stress. Dies zeigt, dass die Bewegung nicht auf die Anfangsdynamik setzt. Man will, dass sich die Dinge setzten um mit klaren Argumenten gemeinsam gegen widrige Umstaende aufzustehen.

Die spanischen Medien speziell das Fernsehen uebt sich weiter darin, nichts bis wenig zu berichten. Etwas abstrakt wirkte es da schon, als im heutigen Fruehstucksfernsehen Bilder von den Protesten in Griechenland gezeigt wurden. Man wies auch darauf hin, dass diese von den spanischen Protesten inspiriert seien, Berichte selbst zu den spansichen Protesten gab es aber nicht.


Dienstag, 24. Mai 2011

Pazifismus - Das Manko für den Medien (in eigener Sache)

Was soll man machen? Man bemüht sich wie die spanischen Proteste darum jegliches Vorgehen, das mit Gewalt in Verbindung zu bringen, sowohl physisch, wie verbal, wie gegenüber von Eigentum, zu vermeiden, und das Resultat? Schweigen oder höchstens leichtes Rauschen im Blätterwald.

Man darf mir natürlich Befangenheit vorwerfen. Ich bin nah dran am Ort wo alles passiert, ich bekomme mit,  wie diese Bewegung aus dem nichts gewachsen ist. Ich kann jeden Tag sehen wie sich wächst, wie sie sich organisiert, wie sie ihre Fehler macht, wie sie aus diesen lernt, wie sie sich selbst kontrolliert, um zu vermeiden das Alkohol und andere alzu verführerische Freunde am Platz des 15. Mai einzughalten. Ich kann sehen wie sie jung und alt an sich reist. Die Jungen weil sie es einfach satt haben zuzusehen und ja zu sagen, die ein demokratisches System nicht mehr akzeptieren wollen, dass sich mehr um Kapital und Eliten, sich selbst und den eigenen Machterhalt kümmert, als um die Bevölkerung. Zu lange wurden sie von Politik und Medien für dumm verkauft und zeigen ihnen nun, dass sie es nicht sind.

Und die Alten? Die beteiligen sich wie die Jungen, und manche von Ihnen vergissen dabei die ein oder andere Träne. Warum dies? Zu lange haben viele von ihnen, die selbst gegen Franko aktiv waren, die selbst gegen ein System kämpfen, die letargische Starre der Jungen und des spanischen Volkes im Allgemeinen mit ansehen müssen. Nun sehen sie sich zurückversetzt in Zeiten, in der es eine allgemeine Hoffnung gab, dass wenn alle nur zusammenhalten, man diese Welt, oder zumindest dieses Land verbessern könnte. Dies ist auch was diese Bewegung ausmacht, die Hoffnung auf allgemeine Verbesserung des politischen Systems und deren Moral.

Eine weitere Besonderheit dieser Proteste für mich ist, dass sie in Spanien stattfinden. Wer die spanische Seele kennt, weiß um ihre Gelassenheit und Lebensfreude. Spanier konnten und können viel ertragen, können um widrge Umstände bescheid wissen, und trotzdem ihre Paella oder Tortilla unter freudigsten Zurufen mit Familien und Freunden genießen. Sich aufzuregen hat keinen Wert, Probleme zu thematisieren gehört nicht zum Alltag. Um so deutlicher, überraschender und unglaublicher sind diese Proteste für mich.

Der link zur livecam

http://hackampadas.net/