Was soll man machen? Man bemüht sich wie die spanischen Proteste darum jegliches Vorgehen, das mit Gewalt in Verbindung zu bringen, sowohl physisch, wie verbal, wie gegenüber von Eigentum, zu vermeiden, und das Resultat? Schweigen oder höchstens leichtes Rauschen im Blätterwald.
Man darf mir natürlich Befangenheit vorwerfen. Ich bin nah dran am Ort wo alles passiert, ich bekomme mit, wie diese Bewegung aus dem nichts gewachsen ist. Ich kann jeden Tag sehen wie sich wächst, wie sie sich organisiert, wie sie ihre Fehler macht, wie sie aus diesen lernt, wie sie sich selbst kontrolliert, um zu vermeiden das Alkohol und andere alzu verführerische Freunde am Platz des 15. Mai einzughalten. Ich kann sehen wie sie jung und alt an sich reist. Die Jungen weil sie es einfach satt haben zuzusehen und ja zu sagen, die ein demokratisches System nicht mehr akzeptieren wollen, dass sich mehr um Kapital und Eliten, sich selbst und den eigenen Machterhalt kümmert, als um die Bevölkerung. Zu lange wurden sie von Politik und Medien für dumm verkauft und zeigen ihnen nun, dass sie es nicht sind.
Und die Alten? Die beteiligen sich wie die Jungen, und manche von Ihnen vergissen dabei die ein oder andere Träne. Warum dies? Zu lange haben viele von ihnen, die selbst gegen Franko aktiv waren, die selbst gegen ein System kämpfen, die letargische Starre der Jungen und des spanischen Volkes im Allgemeinen mit ansehen müssen. Nun sehen sie sich zurückversetzt in Zeiten, in der es eine allgemeine Hoffnung gab, dass wenn alle nur zusammenhalten, man diese Welt, oder zumindest dieses Land verbessern könnte. Dies ist auch was diese Bewegung ausmacht, die Hoffnung auf allgemeine Verbesserung des politischen Systems und deren Moral.
Eine weitere Besonderheit dieser Proteste für mich ist, dass sie in Spanien stattfinden. Wer die spanische Seele kennt, weiß um ihre Gelassenheit und Lebensfreude. Spanier konnten und können viel ertragen, können um widrge Umstände bescheid wissen, und trotzdem ihre Paella oder Tortilla unter freudigsten Zurufen mit Familien und Freunden genießen. Sich aufzuregen hat keinen Wert, Probleme zu thematisieren gehört nicht zum Alltag. Um so deutlicher, überraschender und unglaublicher sind diese Proteste für mich.
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